Der Versuch eines Geburtsberichtes...

WAS BLEIBT?

Das Gefühl etwas falsch gemacht zu haben...

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Ihr Lieben, 

wie ihr seht, hat es einige Zeit gedauert und einiges an Überwindung gekostet erneut an die Nacht vom Donnerstag vor nun genau 15 Wochen zurückzudenken und das Geschehene Revue passieren zu lassen. Und das, obwohl wir an jenem Tag im Oktober das wohl größte Geschenk und eindrücklichste Zeichen unserer Liebe erfahren sollten: die Geburt unseres wunderbaren Sohnes! <3



Rückblick!
Am besten ich beginne noch einmal ganz von vorne:
Insbesondere in den letzten Wochen meiner Schwangerschaft habe ich euch Tag für Tag daran teilhaben lassen, wie es uns erging. Wie ihr wisst, habe ich es geliebt schwanger zu sein!! <3 Ich, die sonst so kritisch mit sich und ihrem Körper war, habe ich völlig neues Körpergefühl entwickelt und fühlte mich schön! Trotz Makel, einfach nur schön! 10 wundervolle Monate und das trotz der niederschmetternden Diagnose der Schwangerschaftsdiabetes!

DIAGNOSE: Gestationsdiabetes.
Ein weiterer Test musste her, als selbst die Ärztin ungläubig ihren Blick vom Ergebnis hin zurück zu mir schweifen ließ. Doch da stand es nun.. schwarz auf weiß! Zwei Tests konnten nicht irren.

schwanger + Diabetes = die wohl größte Strafe im Leben einer Schwangeren!
NICHT befreit vom allgemeinen Kalorienzählen zu sein (in einer size-zero-versessenen Gesellschaft schien eine Auszeit von 10 Monaten im Leben ein ganz guter Deal)

NICHT Gurken als Betthupferl genießen zu können... selbstredend garniert mit einem winzigen Löffelchen Nutella... oder zwei, oder drei... Ach, her mit dem Suppenlöffel!!

SONDERN einer Ernährungsumstellung zu folgen, die es in sich hatte. Pardon, NICHT(S) in sich hatte... Mayday, Mayday KEIN ZUCKER... und das wochenlang!!

Niemals hätte ich all das durchziehen können - ICH, die noch keine Diät länger als einen Tag durchgehalten hatte. Doch dieses Mal ging es hier nun mal nicht um mich, sondern um dieses winzig kleine Wesen in meinem Bäuchlein, das nur das Beste verdient hatte!! Und da Traubenzucker, Früchte & Smoothies nun also nicht mehr zum Besten gehörten, wurden all die liebgewonnenen Gelüste rigoros aussortiert. Haut, Haar & Figur dankten es mir... aber was viel wichtiger war: Unserem Kind erging es prächtig!!

"Fräulein Vorfreude bitte zur Zentrale"
Da Vorfreude für mich entgegen der allgemeinen Meinung keinesfalls die schönste Freude ist, kippte die Stimmung gegen Ende und ich konnte es kaum abwarten unser kleines Wunder in den Händen zu halten. Wie es das Schicksal, aka M.A.T.S, aber so wollte, vergingen die Tage bis zum Entbindungstermin wie Kauuuuguuummiiiii....




Und obwohl mir seit Wochen von allen Ärzten bestätigt wurde, dass ich geburtsbereit sei und es sich nur noch um Tage handeln könne, überschritten wir schließlich den Entbindungstermin und es tat sich noch immer nichts. 

Nun ja, was heißt hier NICHTS...
... Übungs-/Vor-/Senkwehen, oder wie ihr die lieben schlafraubenden Gefährten nennen möchtet, waren seit Wochen meine Begleiter;
... das Köpfchen bohrte sich unaufhaltsam tiefer ins Becken, auch wenn der liebe Herr Ischias schon längst Alarm schlug und die Schranke gerne geschlossen hätte;
... der Muttermund feierte standardmäßig über Wochen hinweg seinen Tag der Offenen Tür;
... vom Schleimpropf schien ich ein halbes Dutzend abonniert zu haben;
... auch echte (!!) Wehen zeigte das CTG schon regelmäßig und dennoch blieb mir das Warten nicht erspart.



Bei aller Ironie sei allerdings gesagt, dass wir natürlich mehr als erleichtert waren, dass es Klein M. so prima in meinem Bauch erging, dass das Warten überhaupt in die Verlängerung gehen konnte. Ein Geschenk, wenn man bedenkt, wie viele Mamis da draußen schon viel früher dazu gezwungen werden, den Traum einer natürlichen Geburt aufzugeben...

Traum? 
Nun ja, für MICH war es in der Tat ein Traum!! Nichts wünschte ich mir mehr als mein kleines Baby auf natürlichem Wege zur Welt zu bringen; nichts mehr, als endlich die 1. Wehe zu spüren, das Gefühl kennenzulernen, wie es ist, wenn der eigene Körper vollkommen ungeahnte Kräfte zu Tage bringt und schließlich das Wunder der Geburt zu erfahren. Durch die weltbeste Hebamme und deren perfekte Yoga- und Geburtsvorbereitungskurse fühlte ich mich mehr als bereit dafür!!



Sollte all dies also doch nur ein Traum bleiben?

Ihr könnt mir glauben, dass wir nichts unversucht ließen:
von A wie ausgedehnte Spaziergänge bis Z wie Zimt. 

Willkommen zu unserer kleinen Hausmittelchen-Kunde
Es wurde gebadet, gedauerchillt, gut zugeredet, Yoga-Mantras gesungen, gedammmassiert, Himbeerblätter-Tee getrunken, Treppen gestiegen, geturnt, Gartenarbeit verrichtet, das Haus einem peniblen Frühjahrsputz unterzogen (und das im Herbst... und zwar immer wieder aufs Neue), beim Inder extrascharf bestellt, Treppen gestiegen, geliebesspielt und wenn alles nichts half, dann wurde abends eben noch stundenlang die Lieblingsserie auf dem Gymnastikball angeschaut.
Hüpfend & beckenkreisend versteht sich!

Nun muss ich dazu sagen, dass ihr - ihr lest es EVENTUELL bereits zwischen den Zeilen - kein großer Freund des Wartens bin. Die liebe Vorfreude kann mich mal! Und - jetzt müssen alle lieben Freunde da draußen ganz stark sein - die "lieb gemeinten" sich tagein, tagaus wiederholenden Nachrichten, die praktischerweise per Copy & Paste jeden Tag aufs Neue versandt wurden, ehrlich gesagt auch.

"Und, merkst du schon was?"
"Euer Kleiner lässt sich aber Zeit..."
"Du warst gerade eine halbe Stunde nicht online... ist es vielleicht schon soweit?"
"Und, wie fühlen sich die Wehen an? Ach, du hattest du immer noch keine???"
"Hä... euer Entbindungstermin stimmt ja gar nicht, kann das sein?"

Selbstverständlich freut man sich IMMER über ALLE Nachrichten von Freunden, aber wie obige Aussagen belegen, gibt es auch zu dieser Regel eine Ausnahme!
So wurden Tag für Tag neue "kreative" Nachrichtchen formuliert, um gaaanz lässig zu wirken ("Sternzeichen Wassermann, wisst ihr!" "Findet den Ausgang nicht.. habt ihr das Schild irgendwo gesehen?" "Wer will bei dem Wetter schon raus?") Innerlich brodelte es allerdings so manches Mal in mir und ich wünschte mir in den letzten Tagen einfach nur, dass dieses kleine Wesen sofort - und wenn ich sofort sage, meine ich SOFORT - da rauskommt!!!

Gut, dass man die Routine der ständig gleichen Untersuchungen nun praktischerweise alle 2 Tage über sich ergehen lassen durfte, so konnte es einem nicht allzu langweilig werden. Ein gutes Ablenkungsmanöver, ihr lieben Ärzte!! Aber selbst das half nichts. CTG für CTG flehte ich zuvor das Bäuchlein an, las Horoskope, ließ Freunde Wetten abgeben, wann es soweit sei, sprach allerlei Versprechungen aus (Bestechung? Nicht doch... ;)), nahm vorsichtshalber schon mal die Kliniktasche mit, in der Hoffnung einfach dort bleiben zu können.


Zu diesem Zeitpunkt ahnte ich noch nicht...

... dass ich kurz darauf nichts lieber täte als nach Hause zu gehen.

... dass der Moment kommen sollte, bei dem ich mir nichts sehnlicher wünschte als noch etwas mehr ZEIT zu haben.

************************* FORTSETZUNG FOLGT*************************

Um das Warten zu überbrücken, seid nun IHR, liebe Mamis und liebe Schwangeren, an der Reihe!!

Nicht für alle ist die Zeit der Schwangerschaft eine solch besondere Zeit. Wie habt ihr eure Schwangerschaft erlebt? Was waren Höhen, was Tiefen?

Und wie habt ihr, die lieben Nicht-Schwangeren, bisher Schwangerschaften um euch herum erlebt? Was gehörte für euch zum Besonderen? Was war eher nervig?

Schon jetzt beim Schreiben, kann ich es kaum abwarten eure Berichte zu lesen!!

Habts schön, ihr Lieben!

eure CA von bindannmalschwanger

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